Stutz IV-Porte – Die verborgene Ikone des Automobilen Luxus

Manche Automobile spiegeln ihre Zeit wider- und manche verweigern sich jeder Mode und werden so zu zeitlosen Klassikern. Der Stutz IV-Porte gehört ohne Zweifel zur zweiten Kategorie: Eine Limousine von so eigenständigem Charakter, dass sie eher als rollende Skulptur denn als gewöhnliches Auto erscheint.

Stutz IV-Porte – Die verborgene Ikone des Automobilen Luxus
1980
Benzin
Silver
Benzin
RWD
Automat
-
160
Limousine

Die Geschichte von Stutz beginnt mit Harry Clayton Stutz (1876–1930), einem visionären Ingenieur und Gründer der Stutz Motor Company. 1911 liess er beim allerersten Indianapolis 500 einen eigenen Wagen an den Start gehen und prägte damit den legendären Slogan „The Car that Made Good in a Day“. Was als reine Rennwagenmarke begann, wurde rasch zum Inbegriff von Exzentrik und Luxus- gefeiert und gefahren von Persönlichkeiten wie Elvis Presley und Frank Sinatra.

Nach dem Tod von Harry Stutz im Jahr 1930 schien das Kapitel Stutz nach nur wenigen Jahren bereits vorbei zu sein: Die Weltwirtschaftskrise und harter Wettbewerb zwangen das Unternehmen 1935 in die Insolvenz. Doch fast drei Jahrzehnte später holte der New Yorker Finanzier James D. O’Donnell den Namen Stutz zurück auf die grosse Bühne. Gemeinsam mit dem bekannten Chrysler-Designer Virgil Exner, berühmt für seine „Revival Cars“, wurde Ende der 1960er-Jahre ein spektakuläres Revival ins Leben gerufen: die Stutz Motor Car of America, Inc. Erneut stand die Marke für Luxus und Exzentrik weit abseits des Mainstreams.

Der IV-Porte brachte das dramatische Blackhawk-Design in die Welt der viertürigen Limousinen. Der Kühlergrill erinnert an ein prunkvolles Palasttor, das Reserverad am Heck setzt ein selbstbewusstes Statement und die freistehenden Scheinwerfer wecken Assoziationen an grosse Ferrari-Klassiker dieser Ära. Im Inneren erwartet den Fahrgast ein handgefertigtes Ensemble aus bestem Leder, edlem Holz und glänzendem Chrom- jedes Exemplar ein Unikat und ein Kunstwerk für sich.

Geboren wurde der IV-Porte in Italien: Die Rohkarosserien entstanden zunächst bei Carrozzeria Padane in Modena, später bei Carrozzeria Saturn in Cavallermaggiore. Hier traf italienische Formgebung auf amerikanische Technik. General Motors steuerte die zuverlässigen V8-Motoren bei, die Endmontage für den US-Markt erfolgte wiederum in Amerika.

Gerade einmal rund 50 Exemplare entstanden zwischen 1979 und 1981: So avancierte der IV-Porte zu einer der seltensten Limousinen seiner Epoche. Im Vergleich zu anderen Luxuslimousinen jener Zeit, etwa dem Rolls-Royce Silver Shadow oder dem Maserati Quattroporte, war der Stutz mutiger, eigenständiger und kompromissloser.

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